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24.06.06

Modellbetriebe mit Innovationswert im Energiebereich gesucht

BVZ informierte in Straelen über aktuelle Förderpr ogramme
(ZVG) Ein enges Zusammenspiel von Zulieferindustrie, Wissenschaft und Beratung wird notwendig sein, um weitere Einsparungen beim Energieeinsatz im Gartenbau zu erzielen. Darin waren sich die etwa 40 Teilnehmer der Veranstaltung zur Energieförderung einig. Der Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) informierte am 16. Juni bei seiner Delegiertenversammlung im Gartenbauzentrum Straelen die Branche über die neuen Fördermöglichkeiten für innovative Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz im Gartenbau. "Mittelfristig wird Energie nicht kostengünstiger.

Wir müssen sie effizienter nutzen", sagte der BVZ-Vorsitzende Heinrich Hiep. Er rief die Branche auf, die neuen Finanzierungsinstrumente zu nutzen. Der Zentralverband Gartenbau und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) haben im Frühjahr intensiv über neue Energiekonzepte für den Unterglasgartenbau diskutiert. Als ein Ergebnis aus den Gesprächen wurde jetzt das neue Förderprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank vorgestellt, das eine enge Zusammenarbeit der Praxis mit Industrie und Wissenschaft zur Effizienzsteigerung vorsieht.

Teilnehmer der Informationsveranstaltung waren neben den Delegierten des BVZ auch Gärtner-Kollegen des Unterglas-Gemüsebaus sowie Technik- und Anbauberater als Multiplikatoren und Förderberater der Unternehmen.

Wirkliche Innovationen zu finden wird nicht einfach, stellte Winfried Welsch (BMELV) fest. Schließlich habe der Unterglas-Gartenbau in den letzten 30 Jahren durch technische, pflanzliche und organisatorische Maßnahmen bereits 50 Prozent der verwendeten Heizenergie eingespart. Die aktuelle Energiepreiserhöhung verschärfe aber den Wettbewerb und könnte zu Produktionsverlagerungen führen. Daher habe das BMELV frühzeitig flankierende Maßnahmen ergriffen. Das neue Programm zur Förderung von Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gartenbau umfasst die Bereiche:

· Gewächshauskonstruktion

· Lichteinfall in das Gewächshaussystem

· Steuer- und Regelungstechnik

· Einrichtungen und Systeme zur Wärmeerzeugung und -verteilung.

Das Programm wird aus dem Zweckvermögen der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziert. Investitionen werden mit 35 Prozent des förderfähigen Investitionsvolumens bezuschusst. Die wissenschaftliche Begleitung kann mit bis zu 75 Prozent der Kosten gefördert werden, die allerdings 75 Prozent der Gesamtinvestitionen nicht überschreiten dürfen. Projektskizzen müssen bis zum 30. September 2006 beim BMELV und der Landwirtschaftlichen Rentenbank eingereicht werden. Winfried Welsch sagte bei dem Projekt eine zügige Genehmigungspraxis zu.

Auch andere Programme der Landwirtschaftlichen Rentenbank sind geeignet, Projekte im Bereich Energie zu fördern, stellte Dr. Christian Bock von der Rentenbank vor. Biogasanlagen, Investitionen zur Verwertung nachwachsender Rohstoffe sowie im Bereich Fotovoltaik und Windkraft können zum Beispiel aus dem Programm "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" gefördert werden. Das Programm zur "Förderung der Markt- und Praxiseinführung von Innovationen" stellt sehr günstige Darlehen für bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben zur Verfügung.

Von 1997 bis 2006 wurden aus dem Zweckvermögen der Landwirtschaftlichen Rentenbank 40 Vorhaben mit einem Darlehensvolumen von insgesamt 21,6 Millionen Euro im Produktionsgartenbau gefördert, zeigte Thomas Hölscher vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) auf. Er legte einige detaillierte Ansätze für mögliche innovative Projekte im Rahmen des neuen Programms zur Förderung von Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gartenbau vor.

Die Vorträge der Referenten sind im Internetinformationssystem www.hortigate.de eingestellt. Einsparungen bei den Energiekosten verzeichnen bereits die Betriebe Opschroef in Straelen und Welzel in Kerken, welche die Teilnehmer besichtigten. Durch die preiswerte Heizung mit Kohle hat Gerhard Opschroef sich eine gute Grundlage für seine Anthurienkulturen geschaffen. Mit einer Biogasanlage und einem Blockheizkraftwerk (BHKW), das mit Pflanzenöl betrieben wird, hat sich Georg Welzel von Energieversorgern und deren Preispolitik unabhängig gemacht.

Mehr Informationen zum Zentralverband Gartenbau im Internet: www.g-net.de