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23.02.06

Energieautarkes Bauen neben dem Weißen Haus

TU Darmstadt im Wettbewerb von weltweit 20 Universitäten mit dabei - Etwa 150.000 Besucher werden erwartet, wenn im Sommer 2007 zwanzig von konkurrierenden Universitäten gebaute energieautarke Sonnenenergie-Häuser auf der National Mall in Washington DC, direkt am Weißen Haus und gegenüber dem Kapitol, aufgebaut und im Wettbewerb 'Solar Decathlon 2007' bewertet werden.

Die TU Darmstadt hat mit der Bewerbung des Fachgebiets Entwerfen und Energieeffizientes Bauen im Fachbereich Architektur unter Leitung von Prof. Manfred Hegger nach der Universidad Politécnica de Madrid als zweite europäische Hochschule den Sprung in diesen 'solaren Zehnkampf' geschafft.

Im Rahmen des vom US-Energieministerium ausgeschriebenen Wettbewerbs geht es um den Bau von visionären, energieautarken Wohnhäusern, die von den zwanzig Universitäten weltweit geplant, vorgefertigt und im Sommer 2007 auf der Mall in Washington D.C. errichtet werden. Im dann stattfindenden solaren Wettstreit muss sich jedes Haus in insgesamt zehn Disziplinen der Energieeffizienz und der Nachhaltigkeit praktisch beweisen.

Das zu erstellende Haus wird 80m² Nutzfläche haben - nach deutschen wie amerikanischen Maßstäben nicht besonders viel, ein kleines Zwei-Personen-Haus. Aber die Anforderungen an das Gebäude sind hoch. Die Gebäudetechnik des 'Year 2015 prototype home' muss komplett auf der Sonnenenergie-Nutzung basieren. Containermaße müssen eingehalten werden: Das Haus muss in Einzelteilen zweimal den Transport über den Atlantik überstehen, denn das Projekt soll auch nach dem Wettbewerb von der TU Darmstadt weiter genutzt werden. Dazu kommt noch der Zeitdruck.

Der nach 2002 und 2005 zum dritten Mal stattfindende Wettbewerb wird einen Schwerpunkt auf die Nutzung Gebäude von Photovoltaik legen, die in die Gebäudehülle integriert ist. Energieautarkie allein reicht jedoch nicht: Das Haus soll auch hohe Architekturqualität beweisen, behaglich sein und sich durch innovative Wohnqualitäten auszeichnen.

Bisher beteiligt sind Prof. Architekt Manfred Hegger (Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen), Prof. Ariel Auslender (Fachgebiet Plastisches Gestalten) und Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner (Fachgebiet Statik der Hochbaukonstruktionen).

Zu den Teilnehmern gehören neben der TU Darmstadt auch die Carnegie Mellon University, die Cornell University, das MIT und die University of Colorado in Boulder, die den Wettbewerb sowohl 2005 als auch 2002 gewinnen konnte.

Kontakt:Andrea Georgi-Tomas
Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen

19.02.06

Zimmerei Dörr in Püttlingen spart Strom und Energie

Umweltminister Mörsdorf: 'Energiesparen ist wieder in'
Energiesparen liegt wieder voll im Trend. Diese Überzeugung äußerte Umweltminister Stefan Mörsdorf heute in Püttlingen vor rund 100 Gästen des Zimmereibetriebes Helmut Dörr GmbH. Das Unternehmen hat ein anspruchsvolles Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung der EU eingeführt.

'Noch bis vor kurzem galten Energiesparen und effizienter Einsatz von Energie als Themen mit wenig Sex-Appeal', unterstrich der Minister. 'Das hat sich angesichts drastisch gestiegener Energiepreise glücklicherweise geändert, und Energiesparen ist zum Topthema geworden.' Mörsdorf: ' Wärmedämmung, effiziente Heizkessel und hochdämmende Fenster sind jetzt Themen, über die man auch in der Kneipe oder beim gemeinsamen Saunaabend miteinander redet. Und das ist gut so. Denn wir müssen langfristig weg vom Öl, und jedes gedämmte Haus, jedes Isolierfenster und jede moderne Heizung hilft uns dabei.' Der Umweltminister machte deutlich, dass erneuerbare Energiequellen 'die Last, unseren Energiebedarf zu decken, allein nicht so schnell werden schultern können.' Unabhängiger vom Öl werden will auch der Zimmereibetrieb Dörr. Jürgen Feld und Irene Dörr-Wamme, die Geschäftsführer, haben sich vorgenommen, die bisherige Ölheizung durch eine effiziente Holzpelletheizung zu ersetzen. Daneben wollen sie den Stromverbrauch und Kraftstoffverbrauch des 1958 gegründeten Unternehmens, das derzeit 31 Mitarbeiter beschäftigt, reduzieren. All diese Ziele wurden in der Umwelterklärung festgeschrieben, die jeder im Internet nachlesen kann (www.holzhaeuser-im-saarland.de). Das Umweltmanagement des Unternehmens wurde von einem unabhängigen Gutachter überprüft und für gültig erklärt. Die entsprechende EMAS-Registrierungsurkunde überreichte heute der Vizepräsident der Handwerkskammer, Bernd Wegener (MdL). Im Saarland haben inzwischen 47 Organisationen ein Umweltmanagementsystem nach der EMAS-Verordnung. Im Wettbewerb der Bundesländer belegt das Saarland damit einen Spitzenplatz. Nur in Thüringen haben sich mit 51 Unternehmen je einer Million Einwohner mehr Firmen und Behörden einem Umwelt-Audit unterzogen.

Ministerium für Umwelt

16.02.06

Erneuerbare Energien bleiben auf Wachstumskurs

Die erneuerbaren Energien sind weiter auf Wachstumskurs: Der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch ist 2005 auf 10,2 Prozent gewachsen, gegenueber 9,4 Prozent im Vorjahr. Das sind rund 62 Mrd. Kilowattstunden (kWh). Dazu betonte Michael Mueller, Parlamentarischer Staatssekretaer im Bundesumweltministerium: ‘Dank der guenstigen Rahmenbedingungen sind die erneuerbaren Energien zu einer Erfolgsstory geworden. Wenn wir diese massiv ausbauen, Energie aus fossilen Traegern effizienter erzeugen und Energie insgesamt intelligenter nutzen, verhelfen wir neuen Techniken zum Durchbruch. Mit umweltorientierten Innovationen bauen wir unsere Technologiefuehrerschaft aus, staerken die Wettbewerbsfaehigkeit und schaffen zukunftsfaehige Arbeitsplaetze.’

Auf der Jahreskonferenz der Branche der erneuerbare Energien in Berlin praesentierte Mueller die neuesten Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat), der u. a. Vertreter des Bundesumwelt-, Bundeswirtschafts- und Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Umweltbundesamtes und des Statistisches Bundesamtes angehoeren,.Bezogen auf den gesamten Primaerenergieverbrauch ist der Anteil der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr auf 4,6 Prozent gestiegen, gegenueber 4,0 Prozent 2004. Das fuer 2010 geplante Ziel von einem 4,2-Prozent-Anteil ist damit bereits 2005 ueberschritten worden.

Die Windenergie (rd. 26,5 Mrd. kWh) leistete auch im Jahr 2005 den groessten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, gefolgt von der Wasserkraft (rd. 21,5 Mrd. kWh) und der Biomasse (rd. 10 Mrd. kWh). Gegenueber dem Vorjahr erhoehte sich besonders die Stromerzeugung aus Biogas (um rd. 2 Mrd. kWh). Strom aus Windenergie stieg um rd. 1 Mrd. kWh und Strom aus Wasserkraft um rd. 0,5 Mrd. kWh. Die Solarstromproduktion verdoppelte sich auf rd. 1 Mrd. kWh. Mueller zeigte sich optimistisch, dass die Bundesregierung ihr Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu steigern, erreichen wird. Moeglich seien bei guenstigen Bedingungen 25 Prozent.

Den Waermemarkt aus erneuerbaren Energien deckt die gesamte Biomasse mit rd. 94 Prozent der Energiebereitstellung ab. Der Beitrag der Solarthermie stieg gegenueber dem Vorjahr weiter an, 2005 wurden knapp 1 Mio. Quadratmeter Kollektorflaeche installiert. Von entscheidender Bedeutung dafuer ist nach wie vor das Marktanreizprogramm der Bundesregierung. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Waermemarkt betraegt 5,4 Prozent.

Erfolgreich hat sich auch die Nutzung von Biokraftstoffen entwickelt: Mit rd. 2 Millionen Tonnen hat sich der Absatz gegenueber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Insgesamt konnten durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Jahr 2005 rund 83 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden werden. Mueller: ‘Damit leisten die erneuerbaren Energien einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erfuellung unserer Kyoto-Verpflichtungen.’

Der Parlamentarische Staatssekretaer Mueller: ‘Die Erfolge, die wir im Strombereich erzielt haben, wollen wir auch auf dem Waermemarkt erreichen. Deshalb arbeiten wir an einem Gesetz, mit dem die Bereitstellung von Waerme aus erneuerbaren Energiequellen gefoerdert werden soll. Unabhaengig davon fuehren wir das Marktanreizprogramm auf hohem Niveau weiter.’

Erneuerbare Energien sind inzwischen fuer die Wirtschaft von grosser Bedeutung: Im Jahr 2005 wurden in Deutschland rd. 16 Mrd. Euro umgesetzt. Im Jahr 2004 arbeiteten 157.000 Menschen in dieser Zukunftsbranche; mit steigender Tendenz.

Hinweis: Weitere Informationen zu den aktuellsten Zahlen zum Ausbau der erneuerbaren Energien koennen einem BMU-Hintergrundpapier entnommen werden, das unter www.erneuerbare-energien.de abrufbar ist.

15.02.06

Deutschland sollte schwedischem Beispiel folgen

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling bezeichnet die Entscheidung Schwedens, als erstes westeuropäisches Land seine Abhängigkeit vom Erdöl zu beenden und bis zum Jahr 2020 vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen, 'als eine weitsichtige, zukunftsichernde, ökologisch und ökonomisch vernünftige Energiepolitik. Gleichzeitig will Schweden auf den Neubau von Atomkraftwerken verzichten und die derzeit betriebenen AKW stilllegen. Deutschland sollte dem schwedischen Beispiel folgen und keine Renaissance von Atomkraftwerken durch verlängerte Laufzeiten zulassen. Nur eine Energiepolitik, die auf erneuerbare Energien setzt, verringert die Abhängigkeit vom Erdöl und anderen fossilen Energieträgern, die nicht nur endlich sind, sondern deren Preise immer weiter steigen.

Die bereits jetzt hohen Ölpreise sind erst der Anfang. Auch der sich bereits vollziehende Klimawandel erfordert ein drastisches Umdenken. Die Verringerung der Kohlendioxidemissionen und damit des Treibhauseffektes ist nur mit der stärkeren Nutzung regenerativer Energien möglich. Dazu gibt es keine Alternative.'

Minister Methling fühlt sich bestätigt in seiner oft geäußerten Forderung, bis zum Jahr 2050 die Strom- und Wärmeversorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien vorzunehmen. 'Wir verfügen über genügend Potenziale an Wind, Biomasse, Sonne, Biogas und Geothermie. Sie sind nicht nur unerschöpflich, sondern auch umwelt- und klimafreundlich. Den Atomausstieg haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits vor 16 Jahren vollzogen und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien gehört seit acht Jahren zu den Schwerpunkten unserer auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Umweltpolitik.'

Umweltministerium
Mecklenburg-Vorpommern

14.02.06

Diskussion über Energieformen

WESTERWELLE-Gastbeitrag für das 'Offenburger Tageblatt'
Der FDP-Bundesvorsitzende DR. GUIDO WESTERWELLE schrieb für das 'Offenburger Tageblatt'
'Die Diskussion über Energieformen in Deutschland war bisher eine Diskussion gegeneinander. Die politischen Vertreter für regenerative Energien waren gleichzeitig die Gegner von Atomenergie. Und wer sich der Atomenergie gegenüber aufgeschlossener zeigte, galt automatisch als Gegner von erneuerbaren Energien. Ideologie macht Energie teurer und die Umwelt schlechter. Deswegen brauchen wir einen neuen Anfang, ohne Vorurteile, mit dem Vorrang für Vernunft in der Energiepolitik.

Der rot-grüne Ausstieg aus der Kernenergie hat verheerende volkswirtschaftliche und umweltpolitische Folgen. Die hohe Versorgungssicherheit zu bezahlbaren Preisen und die Senkung des Ausstoßes schädlicher Treibhausgase in Deutschland sind ohne einen Einsatz der Kernenergie undenkbar. Es geht darum, wie wir mit einem klugen Energiemix die verschiedenen Energieformen ökologisch und ökonomisch optimieren. Umweltschutz und wirtschaftliche Vernunft gehören endlich zusammen.

Schweden verfolgt seinen Ausstiegsbeschluß nicht weiter, Finnland baut mit französischer und deutscher Hilfe das modernste Kernkraftwerk weltweit. Frankreich setzt weiterhin auf Kernkraft – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. In Deutschland plant niemand derzeit, ein neues Kernkraftwerk zu bauen. Aber die Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke in Deutschland zu verkürzen, wäre für den Umweltschutz genauso wie in wirtschaftlicher Hinsicht der falsche Weg. Es würde erstens Energie in Deutschland teurer machen. Es würde zweitens den Klimaschutz verschlechtern. Und drittens riskieren wir bei einem völligen Abschied Deutschlands aus der zivilen Nuklearforschung die hohen Sicherheitsstandards dieser Technologie, die wir in Deutschland entwickelt haben und besser weltweit verbreiten sollten, als die Arbeit daran einzustellen.

Genau weil wir einen größeren Anteil regenerativer Energien an der Versorgung in Deutschland wollen, fragen wir: Wie kommen wir weg von einer ideologisch motivierten teuren Übersubventionierung von Windenergie dort, wo der Wind nicht ausreicht? Wie können wir Solarenergie fördern, die nicht nur den heimischen Markt bedient, sondern vor allem auch eine gute Exportchance hat? Der wirtschaftliche Gewinn, den betriebswirtschaftlich sinnvolle Laufzeiten von Kernkraftwerken mit sich brächten, könnte neue Chancen schaffen für mehr Forschung und die Förderung erneuerbarer Energien.'

Fünfmal Positive Energie sorgt für Balance

Für Geschäftskunden mit einem Stromverbrauch von mindestens 0,5 GWh hat die Stadtwerke Hannover AG ein spezielles Produktportfolio entwickelt - für jeden Kunden die richtige Lösung. 'Die Kunden wollen nicht nur günstige Preise, sondern zunehmend auch schlüssige Gesamtpakete', sagt Holger Schwenke, Leiter der Hauptabteilung Marketing und Vertrieb bei den Stadtwerken Hannover.

Mit den neu kreierten Produkten stelle enercity marktgerechte und zukunftsgerichtete Angebote vor. Schwenke: 'Wir haben uns streng an den Bedürfnissen der Kunden orientiert.' Herausgekommen sind dabei fünf klar gegeneinander abgegrenzte Produkte: enercity Strom & Profil zeichnet sich durch eine lastgangbasierte Lieferung und Bepreisung aus. Die Mindestlaufzeit beträgt ein Jahr. enercity Strom & Chance ist ein innovatives Börsenprodukt, das besonders für Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als10 GWh interessant ist.

Unterjährige Preisschwankungen werden durch die quartalsweise Beschaffung an der Börse ausgeglichen beziehungsweise minimiert. Als Einkaufskriterium werden charttechnische Analysen der Strompreisentwicklung an der Energiebörse (EEX-Future-Seetlement) genutzt. enercity Strom & Partner greift den Partnerschaftsgedanken auf. Es richtet sich an Unternehmen, die Zeit für ihr Kerngeschäft gewinnen wollen. Das Produkt hat eine zweijährige Mindestlieferzeit, der eine einjährige Beschaffungsphase vorgeschaltet ist. Kunden erhalten ihren Strom auf Basis des Durchschnitts der EEX-Tagesschlusskurse (EEX-Future-Settlement) des Vorjahres. enercity Strom & Start ist als ein Angebot zum Kennenlernen gedacht. Hierbei räumen die Stadtwerke Hannover Erstkunden besonders günstige Konditionen und kurze Kündigungsfristen ein. 'Es ist ein Angebot für Kunden, die sich von unserer eistungsfähigkeit in der Praxis überzeugen wollen, bevor sie eine längerfristige Geschäftsbeziehung mit uns aufnehmen', sagt Schwenke. Die Laufzeit beträgt längstens ein Jahr. enercity Strom & Natur rundet die Produktpalette ab. Hiermit spricht enercity ökologisch orientierte Geschäftskunden an, die auf eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung setzen.

Bei den neuen Produkten für Sondervertragskunden liefert enercity nicht nur bundesweit Strom zu marktgerechten Konditionen, sondern auch Positive Energie. Denn die einzelnen Angebote werden durch unterschiedliche Add-ons aufgewertet. Hierzu gehört zum Beispiel die Dienstleistung EnergieControlling, mit der Unternehmen teure Lastspitzen abbauen oder vermeiden können. Unterstützung bei Energiehandel und Risikomanagement

Chemiebausteine von Mutter Natur - Nachwachsende Rohstoffe immer stärker genutzt

Die Degussa AG, Düsseldorf, will Vorbilder und Vorleistungen der Natur immer stärker nutzen. 'In einem Fünf-Jahreshorizont wollen wir den Umsatzanteil nachwachsender Rohstoffe im Degussa Konzern von heute fünf Prozent auf rund zehn Prozent steigern. Je nach Entwicklung der Rohstoffkosten könnte dieser Anteil in zehn Jahren durchaus 20 Prozent betragen', erklärt der Vorstandsvorsitzende Prof. Utz-Hellmuth Felcht. Von der Natur zu lernen, ihre Kreativität zu nutzen, war schon immer eine gute Idee. Geradezu genial, wie Pflanzen sich zum Beispiel in die Höhe schwingen oder aus dem Sonnenlicht Energie speichern. Kein Wunder also, wenn angesichts explodierender Tankstellen- und Heizölrechnungen das Interesse an Pflanzen als Energiequelle und Rohstoffbasis deutlich zunimmt. Kraftstoffe aus Raps und Soja, Chemikalien aus Zuckerrohr und Kartoffeln, Kunststoffe aus Mais und Rüben - die Nutzungsmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe werden immer zahlreicher. 'Der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in der chemischen Industrie wird eines der wichtigsten Forschungsthemen in den nächsten Jahren', unterstreicht Dr. Alfred Oberholz, im Degussa Vorstand für Forschung und Entwicklung verantwortlich.

Insbesondere die weiße Biotechnologie eröffnet neue Wege, nachwachsende Rohstoffe zu nutzen. Degussa unterstreicht ihre ehrgeizigen Ziele in der weißen Biotechnologie mit dem neuen Science to Business Center Bio, das zum 1. Januar 2006 gegründet wurde. Das Unternehmen investiert bis zum Jahr 2010 hierfür in Marl 50 Mio. Euro. In hochmodernen Labors und Technika sollen rund 60 eigene Forschungsmitarbeiter gemeinsam mit Hochschulen und industriellen Kooperationspartnern neue biotechnologische Produkte und Prozesse auf Basis natürlicher Rohstoffe auf den Weg bringen. Schon heute nutzt Degussa entsprechende Verfahren, um beispielsweise Aminosäuren sowohl für die Tierernährung als auch für die klinische Ernährung vom Menschen - wie durch Infusionslösungen - herzustellen. Zudem dienen Aminosäuren als spezielle Bausteine für Medikamente. Auf der anderen Seite ermöglicht das Unternehmen den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen: So ist der Geschäftsbereich Building Blocks weltweit führender Anbieter von Katalysatoren (Alkoholate), die zur Produktion von Biodiesel unabdingbar sind.

Prinzip des Bierbrauens auch für Spezialchemie

Eine Schlüsselrolle für künftige Biotechnologie-Produkte nimmt die langjährige Erfahrung der Degussa in der Fermentationstechnologie ein. Seit 20 Jahren betreibt das Unternehmen im heutigen Geschäftsbereich Feed Additives Forschung zur fermentativen Herstellung von Aminosäuren und hat dabei viele bahnbrechende technische Entwicklungen auf diesem Gebiet begleitet. Zudem besteht umfassende Erfahrung in der Entwicklung und im Betrieb von Fermentationsprozessen bis in den industriellen Großmaßstab. Seit zwei Jahren arbeitet darüber hinaus das Projekthaus ProFerm als geschäftsbereichsübergreifendes Kompetenzzentrum für Fermentationsprozesse. 'Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die Herstellung von Spezialchemikalien mit den Forschungsgebieten Food und Pharma-Aminosäuren, bioaktive Inhaltsstoffe in Kosmetika, Verdickungsmittel und Hochdurchsatzverfahren', so Dr. Andreas Karau, Leiter von ProFerm.

Bei Fermentationsprozessen wird biologisches Material in einem Reaktor mit Hilfe von Mikroorganismen umgesetzt, die wiederum natürlichen Ursprungs, teilweise aber modifiziert sind. Im Prinzip werden derartige Verfahren z.B. zum Bierbrauen seit Jahrhunderten genutzt. Dennoch lassen sich diese Prozesse und die dafür benötigten Mikroben immer wieder verbessern.

So können Bakterien durch neue Erkenntnisse bei intrazellulären Abläufen zu immer neuen Höchstleistungen maßgeschneidert werden. Danach sind sie in der Lage, z.B. Zucker direkt in komplexe hochwertige Produkte umzuwandeln. Vor diesem Hintergrund entwickeln bereits heute Mitarbeiter bei ProFerm und bei Feed Additives neuartige Bakterienstämme und Fermentationsprozesse.

Biokatalysatoren und Enzyme als 'Beschleuniger'

Eine große Bedeutung haben dabei Biokatalysatoren oder Enzyme, die die gewünschten Reaktionen sozusagen anschieben und in die beabsichtigte Richtung steuern. Diese Enzyme wandeln den 'Rohstoff' in hochwertige Verbindungen um und werden durch gezielte genetische Veränderungen für ihren technischen Einsatz verbessert. Die 'Beschleuniger' werden meist durch Hefen, Pilze oder Bakterien hergestellt. So lassen sich z.B. aus cellulosehaltigen Biomasseabfällen verwertbare Zuckermoleküle gewinnen, die dann in Fermentationsprozessen zu vielfältigen Produkten wie Aminosäuren, Vitaminen, Organische Säuren wie Zitronensäure und Milchsäure oder Bioethanol umgesetzt werden. Von den Experten der Degussa wurden im Service Center Biokatalyse in Hanau sogar Methoden entwickelt, gleich mehrere Enzyme und notwendige Co-Faktoren in so genannten Designerzellen unterzubringen, die dann komplette Reaktionssysteme zum Laufen bringen. Die Service-Einrichtung, die aus dem Projekthaus Biotechnologie hervorgegangen ist, beschäftigt sich intensiv mit derartigen Enzymoptimierungen und -produktionen und kann innerhalb der Degussa, aber auch von externen Kunden in Anspruch genommen werden.

13.02.06

Roboter im All - Denn sie wissen, was sie tun

Wien (TU) Es war eine anstrengendes, wenn nicht sogar aufgreibende Woche für das Mechatronik-Team der TU Wien. Wieder einmal waren sie erfolgreich, die Roboter der TU Wien, diesmal aber nicht fußballspielend. Roby Space wurde vom Uchinoura Space Center (Japan) aus letztes Wochenende erfolgereich ins All geschossen. Somit ist bewiesen, dass auch ein Mini-Entwicklungsteam mit österreischer Ingenieurtradtion und Flexibilität international erfolgreich sein kann. Was den TU Wien-Professor und Projektleiter Peter Kopacek besonders freut: '70% der Hard- und Software von Roby Space ist ein 'spin off' von Roby Speed, unserem Weltmeisterfußballroboter.' Ein großer internationaler Erfolg für Mechatronik 'made in Austria'.

Zur Erinnerung: Um in (ferner) Zukunft Solarenergie im Weltraum zu gewinnen, wurde 2004 ein internationales Projekt unter japanischer Leitung gestartet, bei dem mit Solarzellen ausgerüstete Mini-Roboter auf einem Netz 'krabbeln'. Die Roboter richten sich automatisch nach der Sonne aus, um die höchstmögliche Energie-Effizienz zu erreichen. Die Anforderungen, die an die energiegewinnenden Roboter gestellt werden, sind hoch: leicht und relativ klein müssen sie sein und die Erschütterungen ertragen, denen sie beim Transport ins All ausgesetzt sind. Und da ist dann noch die Sache mit den arktischen Temperaturenund dem Vakuum, die der Elektronik stark zusetzen können.

Abgeschlossen wurde das vom 'Advanced Concept Team' der European Space Agency (ESA) sowie der Agentur für Luft- und Raumfahrt der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (ALR/FFG) finanzierte und betreute Projekt mit dem Parabolflug auf 180 km Höhe mit der japanischen S 310-36 Rakete in den Weltraum.

Start mit wetterbedingten Verzögerungen
Nach den erfolgreichen Parabolflügen im Jänner und März 2005 in Nagoya (Japan) wurde es für die beiden Roby Spaces der TU Wien am vergangenen Sonntag, 22. Jänner 2006, im Uchinoura Space Center (Japan) ernst. Der ursprüngliche Start am 18. Jänner 2006 musste wegen widrigster Wetterverhältnisse mehrer Male verschoben werden. Am Sonntag um13:00 Uhr Ortszeit konnte bei strahlend blauem Himmel aber starkem Nordwestwind gestartet werden.

Den ersten kritischen Moment gab es beim Austritt aus dem Starthaus, als es die Rakete etwas 'verzog'. Dadurch wich sie etwas von der Bahn ab, was aber die Roby Spaces keineswegs störte. Die Kappe wurde programmgemäss abgesprengt, der Muttersatellit stabilisiert und die Tochtersatelliten ausgefahren.

Von der Rakete ins Netz
Dann kam der große Augenblick der TU Wien-Roboter. Beide TU-Robies wurden programmgemäß durch einen 'wire cutter' von ihren Fesseln in der Rakete befreit. Roby Space II meisterte bravurös den kritischen Übergang von seinem engen Starthäuschen auf das nur teilweise stabilisierte Netz. Er war kurz - mit österreichischer Fahne - im Blickfeld der im Muttersatelliten eingebauten Videokamera.

Auf Grund der zur Bodenstation übertragenen Telemetriedaten krabbelte Roby Space II problemlos am Weltraumnetz und hat somit die Vorgaben der European Space Agency (ESA) erfüllt. Über das weitere Schicksal von Roby Space I ist derzeit noch nichts bekannt, Genaueres wird man höchstwahrscheinlich nach der endgültigen Auswertung der Daten erfahren.

Die Vorbereitungsarbeiten im japanischen Uchinoura Space Center
Der ursprüngliche Raketenstart war für den18. Jänner 2006 um 13:00 Uhr geplant. Deshalb traf das Techniker-Team rund um TU-Professor Peter Kopacek bereits am Sonntag (15. Jänner) ein. Am Montag und Dienstag fanden Vorbereitungsarbeiten und Tests statt - meistens bis 2:00 Uhr morgens oder länger.

17. Jänner 2006: Am Dienstag Abend wurden Roby Space I und II in die Spitze der Rakete eingebaut und die Raketenspitze verschlossen. Die Spitze wurde dann auf die Rakete montiert und diese wiederum auf der Abschussrampe befestigt. Die Roboter bekamen eine 'Startrampe' aus Stoff, um aus dem sehr engen Starthäuschen - Platzreserve plus minis 1mm Millimeter - auf das von drei Satteliten aufgespannte Dreiecksnetz (10x10x10m) zu kommen.
Der Start erfolgte aus einem Starthaus, in dem die Robies durch wegklappbare Halterungen - ausgelöst durch einen 'wire cutter' - fixiert sind, um die Schwingungen der Rakete beim Aufstieg zu kompensieren.

Der Ablauf des Parabolfluges
Die Rakete startet unter einem Winkel von 80 Grad. In 50 km Höhe , nach ca. 40 Sekunden, wird die Umhüllung der Spitze abgesprengt und das Netz nach 47 Sekunden durch die drei Tochtersatelliten ausgefahren.
Nach einer Stabilisierungsphase des Netzes - in 80km Höhe oder 80 Sekunden - bekommen die Robies das Startsignal zum Krabbeln am Netz. Danach lautet die Devise: 'krabbeln'. Nach dem Passieren des Scheitelpunktes in 180km Höhe bis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre - nach 280sec - sollen sie sich möglichst weit am Netz bewegen.

Während des Fluges der Rakete - Startfenster 13:00 - 13:30 Uhr - wird das Zielgebiet (Durchmesser 8 km in 170 km Entfernung ) - gerade Linie oben - für jeglichen Luft- und Schiffsverkehr gesperrt.

Wetterprobleme
Bei Regen besteht die Gefahr, dass die Trennfugen der Spitzenumhüllung in der Atmosphäre vereisen und nicht weggesprengt werden können. Bei Wind kann das ordnungsgemäße Heraustreten der Rakete aus dem Starthaus und die vorgesehene Flugbahn nicht gewährleistet werden.

Unter diesem Blickwinkel sind auch die Verzögerungen zu betrachten, denen der Raketenstart mit Roby ausgesetzt waren. Der erste Countdown begann am 18. Jänner um 11:00 Uhr bei Regen und leichtem Wind aus West-Norwest, um12:45 Uhr musste abgebrochen werden. Diese Prozedur wiederholte sich bis einschließlich Samstag, 21.1.2006, täglich. 'Schuld' war ein Tiefdruckgebiet.

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Kopacek
Technische Universität Wien

Solarenergienutzung im Fassadenbereich - Heizen bald nicht mehr nötig?

Das Wort Energieeinsparung ist in aller Munde. Sonnenlicht kann über transparente Bauteile direkt zu Wärmegewinnen im Gebäudeinneren führen. Andererseits lassen sich Wärmeverluste von opaken Bauteilen (opak : undurchsichtig, lichtundurchlässig) mittels Sonnenlicht mindern, auch hierbei ist ein Energiegewinn möglich. Die Nutzung der Solarenergie zur Temperierung von Gebäuden birgt Risiken und Probleme: Solare Gewinne sind nur in der kalten Jahreszeit erwünscht und sollten in der warmen Jahreszeit möglichst gering sein. Nachteilig in der kalten Jahreszeit ist die geringe Sonnenscheindauer.

Wie kann eine solche Solarenergienutzung zur kosteneffizienten Einsparung von Energie beitragen? Diese und weitere Fragen beantworten ein Experte aus der Forschung - Hans Erhorn, Frauenhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart - sowie der Erfinder des Solarwabensystems - Johann Aschauer, Perg/ Österreich - während der vierten Fachveranstaltung mit dem Thema 'Solarenergienutzung im Fassadenbereich - Heizen bald nicht mehr nötig?'. Das IBIT-Institut am Fachbereich Gebäudetechnik und Informatik der Fachhochschule Erfurt lädt Interessenten dazu am 15. Februar um 14.00 Uhr herzlich ein. Anmeldungen sind bis zum 8.2. unter schiller@fh-erfurt.de, Tel. 0361/ 67 00 -875 oder -779 erbeten.

Veranstaltungsort des kostenfreien Vortrags mit Diskussionsrunde ist der Konferenzraum der Oberfinanzdirektion Erfurt in der Leipziger Str. 71. Der Veranstaltungsort vermittelt bereits einen ersten Eindruck der praktischen Anwendung dieser Technik, da hier solarpassive Fassadenelemente eingesetzt wurden.

Nähere Infos unter der Rubrik Veranstaltungen bei: www.ibit-erfurt.de

Anmerkung: Die Sonnenenergie soll bei opaken Bauteilen hauptsächlich die Wärmeverluste im Winter mindern, indem sich durch die Aufheizung der Oberfläche das Temperaturgefälle in der Wand ändert und sich im Sommerfall sogar der Wärmestrom umdrehen kann. Im Sommer sind diese Gewinne/Einträge aber nicht erwünscht! Im Winter ist die Sonnenscheindauer zu kurz um den Wärmespeicher der Wand ausreichend zu 'füllen'. Daher steht die Minderung der Wärmeverluste im Vordergrund. Gewinne, wie sie durch Fenster erreicht werden, sind um ein Vielfaches größer als die, die man durch opake Bauteile erzielen kann.

Verstärkung für die Energieforschung im Ruhrgebiet: Jürgen Beigel neuer Geschäftsführer

Seit Beginn des Jahres ist Diplom-Ingenieur Jürgen Beigel (46) neuer Geschäftsführer des Energieforschungsverbundes 'ef.Ruhr'. Diese Aufgabe übernimmt er zusätzlich zur Leitung des Kompetenz-Netzwerks Kraftwerkstechnik NRW im Rahmen der Landesinitiative ZukunftsEnergien NRW. Für seine Aufgaben bringt er langjährige internationale Erfahrungen aus den Bereichen Marketing und Vertrieb bei Siemens, als Leiter Regenerative Energien bei Thyssen-Krupp sowie aus der Finanzierung und dem Bau von Wind- und Wasserkraftprojekten mit. Im Internet: www.ef-ruhr.de

Im Oktober 2003 wurde der Kooperationsvertrag zur Gründung des Energieforschungsverbundes Ruhr 'ef.Ruhr' unterzeichnet. Partner dieser Public Private Partnership sind die Ruhruniversitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen sowie der Initiativkreis Ruhrgebiet mit seinen nationalen und internationalen Partnern, die Greif-Stiftung und die Projekt Ruhr GmbH. Ziel des Forschungsverbundes ist die Bündelung der im Ruhrgebiet vorhandenen umfangreichen Kompetenzen der Hochschulen in allen Bereichen der Energieforschung und der modernen Kraftwerkstechnik. Die Arbeit der 'ef.Ruhr' ermöglicht es, große und komplexe Forschungsaufträge aus der Industrie, die eine koordinierte Zusammenarbeit mehrerer Fakultäten und Fachrichtungen erfordern, zu akquirieren und erfolgreich durchzuführen.

Jürgen Beigel: 'In einer beeindruckenden Leistungsschau haben die Ruhr-Universitäten im Dezember 2005 die ersten Ergebnisse aus vier laufenden Projekten vorgestellt. Das sind die Projekte 'Vision Energie 2020', das 'CO2-arme Kraftwerk', die 'Möglichkeiten und Grenzen der WindEnergienutzung' und die 'Wirtschaftliche Energieversorgung durch Informationstechnik'. Neue Projekte zum Thema 'Kohle und Kraftwerksfeuerungen³ sind in Vorbereitung. Diese vernetzte Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten im Ruhrgebiet wollen wir jetzt ausgerichtet auf die Forschungs- und Entwicklungsbedürfnisse der Kraftwerksindustrie weiterführen.'

Weitere Informationen:
Jürgen Beigel c/o Landesinitiative ZukunftsEnergien NRW